Ressourceneffizienz

Zukunft nachhaltig
gestalten.

Ressourceneffizienz

am Beispiel: 
Altdeponie
Grube Johannes

Bei der Sanierung der Grube Johannes konnten bislang durch die Wiederverwendung von aufbereiteten Abfällen mehr als 1 Mio. Tonnen an natürlichem Material eingespart werden. Damit soll die Schlammdeponie im ehemaligen Braunkohlerestloch wieder zu einer nutzbaren Grünfläche entwickelt werden.

Im Ökologischen Großprojekt Bitterfeld-Wolfen befindet sich die Altdeponie Grube Johannes, ein historisches Braunkohlerestloch. Hier lagern bis zu 12 m stark Schlämme als Produktionsabfälle der ehemaligen Industrie sowie Kraftwerksaschen. Die Schlämme bestehen aus Zellulose- und Lignin-Derivaten, die mit Metallen und Schwefelverbindungen belastet sind. Sie sind mit durchschnittlich einem Meter Wasser überstaut, um das Ausgasen von Schwefelwasserstoff abzupuffern. Aus Gründen der Standsicherheit und zur nachhaltigen Standortsicherung ist die Verfüllung der Grube Johannes erforderlich.

Mehr als 10 Jahre lang wurde untersucht, wie diese Altdeponie nachhaltig saniert werden kann. Im Jahr 2016 wurde dann mit einem technischen Großversuch die aktuelle Sanierungstechnologie erprobt. Dabei werden aufbereitete Hausmüllverbrennungsschlacken (HMV-Schlacken) mit Schlamm aus der Grube Johannes konditioniert und das Restloch sukzessive aufgefüllt. Anschließend wird Rekultivierungsboden aufgebracht und begrünt. Aufgrund der Flächengröße von 25 ha wird diese Sanierung noch mindestens 10 Jahre andauern.

Bei der Sanierung entstehen Synergieeffekte zur Ressourcenschonung. Anstatt natürliches, mineralisches Material in die Grube zu füllen, werden HMV-Schlacken verwendet. Insgesamt wurden bereits mehr als 1 Mio. Tonnen HMV-Schlacken eingebaut. Ein weiterer Synergieeffekt entsteht, indem die Wasserlamelle der Grube Johannes durch Überleitung aus der benachbarten Altdeponie Grube Hermine aufrechterhalten und damit gleichzeitig deren Maximalwasserstand eingehalten wird. Zudem wird seit den 1990er Jahren fortlaufend die Schwefelwasserstoffkonzentration in der Luft gemessen, wobei gleichzeitig die Luftbelastungen für den Bereich des Chemiepark Bitterfeld-Wolfen qualifiziert erfasst werden.

Herausforderung: Die Sanierungstechnologie in der Absetzdeponie Grube Johannes ist fortlaufend zu optimieren. Insbesondere die Erkundung zur Beschaffenheit der abgelagerten Schlämme gestaltet sich schwierig.

Ziel: Die Deponie ist langfristig zu sichern und einer Nachnutzung zuzuführen.

Nutzen: Durch die Verwertung von Abfällen werden wertvolle Kapazitäten natürlicher Materialien geschützt. Gleichzeitig wird die Deponie nach der Rekultivierung wieder als Grünfläche nutzbar. Die
Sanierungskosten werden durch die Erlöse aus der Verwertung verringert.

Partner: Die Mitteldeutsche Sanierungs- und Entsorgungsgesellschaft mbH führt die Sanierung der Grube Johannes in Eigenleistung aus, begleitet von einer Vielzahl an Ingenieurbüros. Als Genehmigungs- und Überwachungsbehörden fungieren das Landesverwaltungsamt und der Landkreis Anhalt-Bitterfeld.

Rechtssicher:

Bodenschutz

Die ökologische und ökonomische Nutzbarkeit von freigestellte Flächen unterliegen dem Bodenschutzrecht. Die LAF wirkt hier zum einen als Fachbehörde, die Altlastensanierung konzipiert und managt. Zum anderen ist sie Träger öffentlicher Belange in Genehmigungsverfahren, agiert also als Boden-schutzbehörde. Dieses Zusammenspiel sorgt für Rechtssicherheit im Sinne des Bodenschutzes und für nachhaltige Nutzbarkeit ehemals belasteter Standorte. Verbesserte Umweltqualität sowie gesunde Lebens- und Arbeitsbedingungen sind zu erreichende Ziele.
Permanent:

Technische Sicherung

Zum Schutz von Mensch, Boden, Luft und Wasser gehört die Auswahl wirksamer und effizienter Sanierungsmaßnahmen zum Portfolio der LAF-Aufgaben. Für die Sicherung ist die richtige Technologie anzuwenden. Der Erfahrungsschatz der LAF, aber auch die permanente Entwicklung gemeinsam mit Forschungseinrichtungen sind Sicherheitsgaranten für die Umsetzung von Maßnahmen nach dem Stand der Technik.

Risikobereit:

Freistellung

Investoren scheuen altlastenbedingte Risiken auch bei Standorten mit bester Infrastruktur, weil sie zur Beseitigung teilweise unkalkulierbarer Belastungen verpflichtet wären. Eine Freistellung von diesen Risiken und ihren Kosten lässt Unternehmen sorgenfreier auf kontaminierten Arealen investieren, was Landwirtschafts- und Forstflächen schont, Arbeitsplätze bringt und Wirtschaftskraft stärkt.
Unabhängig:

Sondervermögen

Basis und solide Grundlage der Altlastenfreistellung in Sachsen-Anhalt ist das Sondervermögen. Mit dem Generalvertrag verpflichtete sich der Bund zu einem einmaligen Beitrag von 1 Mrd. Euro und das Land zu 21 Mio. Euro jährlich. Dazu kommen Zinserträge. Die LAF bewirtschaftet das ausschließlich für Freistellungen zweckgebundene Sondervermögen. Komplett unabhängig von Landeshaushalt und Legislaturperioden bietet das vorhandene Vermögen Planungssicherheit für alle entsprechenden Maßnahmen bis hin zu „Ewigkeitsaufgaben“.