Projektfortschritt

Projekt-fortschritt

Gebremster Abstrom

ÖGP Bitterfeld-Wolfen

Anzahl Hebungsbrunnen nach Ertüchtigung Stufe 1:

5

Hebungsmenge Evonik 2025:

niederschlagsabhängig, 6.468 m³

Herausforderung: Neben dem Betrieb mehrerer Grundwasserhebungen zur Sicherung der Hauptbelastungsbereiche des Chemieparks gegen Abströmen werden Hebungsanlagen zur Sicherung von Flurabständen betrieben. Eine solche ging 2005 auf dem Gelände der Evonik Industries in Betrieb. Niederschlagsreiche Jahre und alterungsbedingte Probleme zwangen zur Planung der Ertüchtigung der Grundwasserhebungsanlage. Als Hauptkontaminanten treten im Grundwasser Chlorbenzene und Chlorphenole auf. Im Nordosten des Geländes liegt zusätzlich eine NaOH-Kontamination mit pH-Werten bis pH = 10 vor. Dies und das Aufeinandertreffen der verschiedenen Kontaminationen im Grundwasser führt zu Ausfällungen in den Brunnen und dem umgebenden Sediment und setzt die Lebensdauer der Brunnen stark herab.

Fortschritt: Die 2024 begonnene bauliche Umsetzung der ersten Stufe der Ertüchtigung konnte 2025 abgeschlossen werden.

Nutzen: Im Ergebnis wurden die Voraussetzungen für die Einhaltung der vertraglichen Verpflichtungen zur Gewährleistung eines zugesicherten Flurabstandes verbessert, die Energieeffizienz erhöht und die Voraussetzung für eine weitgehend automatisierte Überwachung und Steuerung des Betriebs der Hebung und Ableitung geschaffen.

Gebannte
Gefahr

ÖGP Bitterfeld-Wolfen

Kosten Gefahrenabwehr (Schadensersatz):

200.000,00 EUR (brutto)

Herausforderung: In einem Wohnhaus im Chemiepark wurden 2018 Raumluftbelastungen festgestellt. Weil eine Gefahrenlage durch Vinylchlorid (VC) nicht auszuschließen war, sollten expositionsmindernde Maßnahmen durchgeführt werden. Für die Unterbrechung der Migrationswege des schadstoffbelasteten Grundwassers wurde die Abdichtung der Wände, Verfüllung der Kellerräume, durchgehenden Kellerbelüftung sowie Unterbrechung aller Luftzirkulationswege aus dem Keller präferiert und vom Grundstückseigentümer gegen eine entsprechende Vergütung umgesetzt.

Fortschritt: Die VC-Belastung konnte mit hoher Sicherheit einem bekannten Eintrag von Tetrachlorethen aus einer anstromig gelegenen früheren chemischen Reinigung zugeordnet werden. Eine Gefährdungsabschätzung kam zu dem Ergebnis, dass für den Untersuchungsbereich im Weiteren kein Handlungsbedarf besteht. Die erforderlichen Arbeiten wurden innerhalb von 12 Monaten zügig und gemäß den vertraglichen Vereinbarungen umgesetzt.

Nutzen: Das Gebäude kann nun ohne Gefährdung der Bewohner durch Ausgasungen aus dem belasteten Grundwasser genutzt werden.

Geschütztes Grundwasser

ÖGP Buna

Jährliche Kosten:

rd. 2 Mio. EUR

Sanierungsziel:

Verhinderung Schadstoffaustrag

Abstromsicherung:

13 Sanierungsbrunnen mit
2 Grundwasserreinigungsanlagen

Abstromsicherung:

13 Sanierungsbrunnen
mit 2 Grundwasser-reinigungsanlagen

Herausforderung: Auf den Flächen des ÖGP Buna wurden seit den 1930er Jahren chlorierte und aromatische Kohlenwasserstoffe hergestellt und verarbeitet. Kriegseinwirkungen, Havarien und weitere Stofffreisetzungen brachten massive Umweltschäden im Boden und Grundwasser. Aktuell liegt die Herausforderung im Schutz der Vorfluter Saale (im Norden) und Laucha (im Süden), der Grundwasservorkommen unter der Ortslage Korbetha und der Trinkwasserschutzzone im Bereich des Wasserwerks Beesen.

Fortschritt: Die mit der Fortschreibung des Sanierungsrahmenkonzepts durchgeführte Überprüfung der Wirksamkeit der hydraulischen Maßnahme am Randriegel Nord legte offen, dass die Sicherungswirkung durch geeignete Maßnahmen zu ertüchtigen ist. In diesem Zusammenhang wurden die Erkundungsarbeiten als Teil der Optimierungsuntersuchungen des Randriegels abgeschlossen.

Nutzen: Die laufenden GW-Maßnahmen leisten einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Grundwasservorkommen im Bereich des Reservewasserwerks Beesen.

Gesicherter Abstrom

ÖGP Leuna

Jährliche Kosten:

rd. 2 Mio. EUR

Abstromsicherung:

Dichtwand, Brunnengalerien, Reinigungsanlagen

Herausforderung: Am Chemiestandort Leuna entstanden durch Kriegsschäden, Havarien und Handhabungsverluste vor 1990 großflächig massive Umweltschäden. Das Grundwasser unter dem Werksgelände ist mit Schadstoffen wie MKW, BTEX, MTBE, Phenolen und LHKW kontaminiert. Im Abstrombereich liegen mit der Stadt Leuna, der Ortslage Spergau, dem Wasserwerk Daspig sowie der Saale sensible Bereiche vor, die zu schützen sind.

Fortschritt: In den Phasenbrunnen als Bestandteil der neuen Abstromsicherung BBS/Lilienweg wurden seit deren Fertigstellung 2024 ca. 8.000 l Phase abgeschöpft. Die hohen Schadstoffkonzentrationen im Grundwasser erfordern vor Inbetriebnahme der neuen Abstromsicherung auch die Umsetzung eines Explosionsschutzkonzeptes. Dafür wurden umfangreiche Messungen der auftretenden Entgasungen an den Brunnen durchgeführt.

Nutzen: Über das System der Abstromsicherung werden die Schutzgüter Grundwasser und Oberflächengewässer im Abstrom des Werksgeländes geschützt.

Sichere Ansiedlungen

ÖGP Zeitz

Sichere Ansiedlungen

ÖGP Zeitz

Größe des ÖGP:

ca. 270 ha zzgl. Außenflächen

Historische Nutzung:

Braunkohlehydrierung und Raffinerie

Derzeitige Nutzung:

Großbatterieanlage, Altlölaufbereitung,
Herstellung mikronisierter Wachsprodukte,
Herstellung Spezialwachse,
Produktion von Weizenstärke,
Herstellung von Industrieklebstoffen

Aktuelle Vorhaben:

Ethylacetatanlage, Bio-Energy-Hub,
Erweiterung bereits bestehender Anlagen

Herausforderung: Aus der intensiven industriellen Nutzung zur Herstellung von Kraft- und Schmierstoffen aus Braunkohle (ehem. Hydrierwerk) resultieren Kontaminationen in Boden, Grund- und Oberflächenwasser. Auf Grund der strategischen Bedeutung zur Treibstoffversorgung während des 2. Weltkrieges war das Werk massiven Luftangriffen ausgesetzt. Daraus resultieren große Herausforderungen bei der notwendigen Kampfmittelfreimachung der Investitionsflächen in Zusammenhang mit den teils erheblichen Schadstoffeinträgen in Boden und Grundwasser.

Fortschritt: Das Areal beherbergt heute den Industrie- und Chemiepark Zeitz und bietet unterschiedlichen Unternehmen aus dem Bereich der nachhaltigen Chemieindustrie hervorragende Standortbedingungen. Die Ansiedlungen werden vor allem in der Phase der Altlastensanierung und Baufeldfreimachung eng durch die Landesanstalt für Altlastenfreistellung begleitet. Im Zentrum steht hierbei vor allem ein effizientes an die vorhandene Belastungssituation angepasstes Bodenmanagement und die Unterstützung bei der Beseitigung von altlastenbezogenen Gefahren.

Nutzen: Das durch die LAF eng begleitete Bodenmanagement gewährleistet eine gefahrlose Nutzung der Fläche in Verbindung mit einem nachhaltigen Umgang mit der Ressource Boden. Die Ansiedlung auf alten Industriebrachen sichert Arbeitsplätze und leistet einen wichtigen Beitrag bei der Transformation zu einer nachhaltigen Zukunft des Industriestandorts Sachsen-Anhalt.

Gesicherte Bergwerke

LMBV

Kosten 2026 bis 2050:

150 Mio. EUR

Längstes Objekt im Projekt:

Schlüsselstollen

Geplante Wasserreinigungsanlage Elbingerode:

Durchsatz ca. 30.000 m³/Jahr

Herausforderung: Ehemalige Bergwerksbetriebe der DDR in Sachsen-Anhalt, an denen früher Kali- und Steinsalz, Kupferschiefer, Flussspat oder Pyrit gefördert wurden, sind zu sichern und schädliche Auswirkungen auf Mensch und Umwelt langfristig zu verhindern. Hauptaugenmerk der Aufgaben an den Standorten Elbingerode, Staßfurt, Niederröblingen, Rottleberode und Roßleben liegt auf der sicheren Verwahrung von Stollen und Schächten sowie der Reinigung von Grubenwässern, um Einträge in Oberflächengewässer zu vermeiden. Darüber hinaus werden Setzungserscheinungen, seismische Ereignisse sowie die Gewässerqualität im Umfeld der Anlagen überwacht.

Fortschritt: Um die Zusammenarbeit zwischen LAF und LMBV langfristig zu sichern, wurde eine neue unbefristete Vereinbarung zwischen beiden Parteien geschlossen. Dafür wurden die noch offenen Aufgaben in Steckbriefen zusammengefasst.

Nutzen: Schädliche Folgen des ehemaligen Bergbaus, insbesondere auf die Umwelt, werden nachhaltig reduziert.

Verwahrte
Schächte

GTS Grube Teutschenthal
Sicherungs GmbH & Co. KG

Unterirdische Hohlräume vor Versatz:

ca. 12 Mio. m3

Teufe Schacht Saale:

861 m

Kosten Sicherung Schacht Saale:

bisher ca. 22 Mio. EUR

Herausforderung: Im Bergwerk Teutschenthal wurden von 1908 bis 1982 Kali- und Steinsalze abgebaut. 1982 wurde das Werk stillgelegt, ohne die entstandenen unterirdischen Hohlräume sicher zu verwahren. Zur Sicherung des Bergwerks betreibt die GTS ein sog. Versatz-Bergwerk, in dem mineralische Abfälle in die Hohlräume eingebracht werden. Durch einen großen Gebirgsschlag 1996 sind zusätzliche Sicherungsmaßnahmen notwendig, deren Kosten teilweise von der LAF getragen werden.

Fortschritt: Die langzeitsichere Verwahrung des Schachtes Saale ist Schwerpunkt der Arbeiten seit 2020. In über 700 m Teufe laufen die Untersuchungen für die Errichtung des Dichtbauwerkes, welche das Ein- und Austreten von Wässern über den Schacht in das Bergwerk langfristig verhindern wird.

Nutzen: Die Sicherung des Bergwerks bewahrt zukünftige Generationen vor Setzungserscheinungen an der Tagesoberfläche oder Austritten belasteter Wässer in die Biosphäre.

Wichtige Arbeitsplätze

ÖGP Magdeburg-Rothensee

Kosten:

rd. 13,5 Mio. EUR

Gesamtlänge Sicherungsbauwerk:

1,5 km

Tiefe der Spund- und Dichtwände:

15 – 25 m

Herausforderung: Die intensive industrielle Vornutzung des Gebietes verursachte Kontaminationen in Boden, Grund- und Oberflächenwasser. Hohe gewässerschutzrechtliche Anforderungen stellen neben bodenschutzrechtlichen Fragen aufgrund der unmittelbaren Elbnähe und der Hafenanbindung eine besondere Sensitivität dar. Daneben erfordern die dichte Bebauung und die intensive Nutzung der Industrieflächen eine enge Abstimmung mit den Betroffenen und stellen Herausforderungen an die Sanierungsplanung.

Fortschritt: Für Neuansiedlungen und Modernisierung von Betriebsstandorten muss eine sukzessive Versiegelung der Oberfläche des ehemaligen Zinkhüttenareals zur Reduzierung von Einträgen bodenbürtiger Stoffe in das Grundwasser erreicht werden. Außerdem sind in den nächsten Jahren Maßnahmen zur Sicherung des Grundwasserabstroms geplant. Zur Verminderung des Abstroms kontaminierten Grundwassers aus dem ehemaligen Großgasereigelände wurde ein dreiseitiges Spund- und Dichtwandsystems errichtet und in 2025 abgeschlossen.

Nutzen: Sowohl die realisierten als auch die geplanten Maßnahmen sind wesentlich für die Revitalisierung der Altstandorte und tragen zur Verringerung des Flächenverbrauchs anderer Nutzungen bei. Im Rahmen der Neuinvestitionen entstehen wichtige Arbeitsplätze.

Angestrebte Nutzbarkeit

Altdeponien

Beteiligte Firmen:

69

Hochhalde Schkopau – gesicherte Fläche:

15 %

Grube Johannes – noch zu sichernde Fläche:

22 ha

Herausforderung: Die zu sichernden Flächen im Projekt Altdeponien umfassen viele hundert Hektar. Die Sicherung dauert daher noch Jahrzehnte. Sie erfolgt durch eine Oberflächenabdichtung, die Behandlung des Sickerwassers aus den Deponien und auf der Hochhalde Schkopau auch durch die Gewässerverlegung der Laucha.

Fortschritt: Fast 10 ha der Hochhalde Schkopau wurden nunmehr mit einer Oberflächenabdichtung versehen. Für die Altdeponie Grube Johannes wurde im Jahr 2025 die Genehmigung zur Sicherung der letzten stillzulegenden Teilfläche 3 erteilt. Im Jahr 2025 erging der Planfeststellungsbeschluss für die Lauchaverlegung und das entsprechende Projektmanagement wurde beauftragt, sodass im Jahr 2026 mit der Maßnahmenumsetzung begonnen werden kann.

Nutzen: Mit der Rekultivierung werden langfristig Schadstoffeinträge ins Grund- und Oberflächenwasser sowie in die Umwelt allgemein begrenzt und die Standorte als Grünflächen oder z. B. für Photovoltaikanlagen wieder nutzbar gemacht. Zudem sind regional und überregional viele Ingenieurbüros und Baufirmen in die Rekultivierungsmaßnahmen einbezogen.

Rechtssicher:

Bodenschutz

Die ökologische und ökonomische Nutzbarkeit von freigestellte Flächen unterliegen dem Bodenschutzrecht. Die LAF wirkt hier zum einen als Fachbehörde, die Altlastensanierung konzipiert und managt. Zum anderen ist sie Träger öffentlicher Belange in Genehmigungsverfahren, agiert also als Boden-schutzbehörde. Dieses Zusammenspiel sorgt für Rechtssicherheit im Sinne des Bodenschutzes und für nachhaltige Nutzbarkeit ehemals belasteter Standorte. Verbesserte Umweltqualität sowie gesunde Lebens- und Arbeitsbedingungen sind zu erreichende Ziele.
Permanent:

Technische Sicherung

Zum Schutz von Mensch, Boden, Luft und Wasser gehört die Auswahl wirksamer und effizienter Sanierungsmaßnahmen zum Portfolio der LAF-Aufgaben. Für die Sicherung ist die richtige Technologie anzuwenden. Der Erfahrungsschatz der LAF, aber auch die permanente Entwicklung gemeinsam mit Forschungseinrichtungen sind Sicherheitsgaranten für die Umsetzung von Maßnahmen nach dem Stand der Technik.

Risikobereit:

Freistellung

Investoren scheuen altlastenbedingte Risiken auch bei Standorten mit bester Infrastruktur, weil sie zur Beseitigung teilweise unkalkulierbarer Belastungen verpflichtet wären. Eine Freistellung von diesen Risiken und ihren Kosten lässt Unternehmen sorgenfreier auf kontaminierten Arealen investieren, was Landwirtschafts- und Forstflächen schont, Arbeitsplätze bringt und Wirtschaftskraft stärkt.
Unabhängig:

Sondervermögen

Basis und solide Grundlage der Altlastenfreistellung in Sachsen-Anhalt ist das Sondervermögen. Mit dem Generalvertrag verpflichtete sich der Bund zu einem einmaligen Beitrag von 1 Mrd. Euro und das Land zu 21 Mio. Euro jährlich. Dazu kommen Zinserträge. Die LAF bewirtschaftet das ausschließlich für Freistellungen zweckgebundene Sondervermögen. Komplett unabhängig von Landeshaushalt und Legislaturperioden bietet das vorhandene Vermögen Planungssicherheit für alle entsprechenden Maßnahmen bis hin zu „Ewigkeitsaufgaben“.